Von der Karriereleiter absteigen & Burnout vermeiden: Möglichkeiten ein eigenes Business aufzubauen

Einen Beruf auszuüben, der einen erfüllt und gleichzeitig den gewünschten Lebensstandard finanziert, ist wahrscheinlich die Traumvorstellung von jedem. In der Realität sieht es meistens anders aus und ein höheres Einkommen verursacht mehr Arbeitszeit und Stress, während sich mit weniger Arbeit der gewünschte Lebensstandard nicht finanzieren lässt. Wie schafft man es also, die Faktoren Zeit und Geld in ein stabiles Gleichgewicht zu bringen, das einem die Lebensweise ermöglicht, die man sich schon immer erträumt hat? 

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, sollte man sich seinen aktuellen Standpunkt erstmal bewusst machen. Eine der folgenden drei Ausgangssituationen wird wahrscheinlich zutreffen, wenn man mit der aktuellen Situation noch nicht ganz zufrieden ist: 

  1. Man ist glücklich im Job, verdient aber nicht genug. 
  2. Man verdient genug, ist aber unglücklich im Job. 
  3. Man verdient zu wenig und ist unglücklich im Job. 

Bei den meisten wird wahrscheinlich die erste oder zweite Situation zutreffen. Der Worst Case wäre die dritte Option, wenn man einer nicht erfüllenden Arbeit nachgeht und gleichzeitig zu wenig verdient. Hier sollte man dringend ins Handeln kommen und zumindest den Job so schnell wie möglich wechseln. Bei den ersten zwei Punkten ist es schon etwas kniffliger, weil man entweder das eine oder das andere nicht verlieren möchte. Das gute ist, es gibt die Möglichkeit an einem dieser Punkte zu arbeiten, ohne dass man den anderen dafür aufgeben muss. Wie funktioniert das? 

Ein eigenes Unternehmen gründen 

Sind die Faktoren Zeit und Geld nicht im Gleichgewicht, ist ein eigenes Unternehmen gründen oft die einzige Möglichkeit, diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Aber nicht nur die Veränderung der aktuellen Situation macht die Gründung eines Unternehmens so attraktiv. Wer ein eigenes Business betreibt, hat langfristig viel mehr Möglichkeiten, sein Leben nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Früher oder später hat man immer die Wahl, ob man sich Vollzeit auf sein Unternehmen konzentrieren, das Business verkaufen oder die Leitung an einen Geschäftsführer abgeben und sich zur Ruhe setzen möchte. Über kurz oder lang kann man mit einem eigenen Business, welches erstmal nebenberuflich aufgebaut wird, sogar finanziell frei werden

Vielen wissen das grundsätzlich, aber trauen sich nicht den ersten Schritt zu machen. Die Gründe dafür sind oft die vermeintlich fehlende Geschäftsidee oder ein Vorurteil, z.B. dass die Gründung eines Unternehmens mit viel Bürokratie und Risiken verbunden ist. Das gute ist, all diese Punkte werden einen in der Realität nicht aufhalten. Durch die Entwicklung des Internets gibt es Geschäftsmodelle, die mit wenig Startkapital von zu Hause umgesetzt werden können und besonders, wenn man nebenberuflich startet und sich an die bewährten Vorgehensweisen hält, nur ein sehr geringes Risiko darstellen. Aber welche Geschäftsmodelle eignen sich besonders für den Start und sind auch neben einem Vollzeit Job machbar?

1. E-Commerce mit physischen Produkten 

Der Online-Handel ist in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gewachsen. Im Jahr 2020 wurden rund 72 Milliarden Euro umgesetzt, während es 2018 noch 53 Milliarden waren. Laut einer Schätzung wird es bis zum Jahr 2025 etwa 68 Millionen Online-Einkäufer geben, was einen Großteil des gesamten Bevölkerungszahl ausmacht. Aber was haben Gründer davon? Um im E-Commerce einzusteigen, muss man kein großes Unternehmen besitzen, Lager mieten oder Unmengen an Waren einkaufen. Die heutigen Möglichkeiten erlauben es, bereits mit einem einzigen Produkt, welches nicht einmal selbst gelagert und verschickt wird, hohe fünfstellige Monatsumsätze zu erzielen. 

Wie funktioniert das? Mittlerweile wird der E-Commerce-Markt nicht von einzelnen Online-Shops, sondern Marktplätzen dominiert, auf denen Dritthändler ihre Produkte an Millionen von Kunden verkaufen können. Der größte und bekanntester Marktplatz dieser Art ist Amazon, der im Jahr 2019 48 % Anteile am gesamten in Deutschland erwirtschafteten Umsatz im Online-Handel hatte. Amazon bietet seinen Drittanbietern einen entscheidenden Vorteil, nämlich die Abwicklung der gesamten Logistik von der Lagerung bis zum Versand über Amazon Prime. Als Verkäufer kümmert man sich also primär um das Marketing und einen vollen Lagerbestand. Ideale Voraussetzungen, für einen nebenberuflichen Start von zu Hause. 

2. E-Commerce mit digitalen Produkten 

Der Vorteil an digitalen Produkten ist, dass sie nicht gekauft, sondern erstellt werden müssen und anschließend unlimitiert reproduziert werden können. Das spart natürlich Kapital, kostet im Umkehrschluss aber auch mehr Zeit. Zu digitalen Produkten gehören z.B. E-Books, Videokurse oder Online-Seminare. Da die Erstellung solcher Produkte technisch prinzipiell einfach ist, gibt es viele Anbieter auf dem Markt, die sich vor allem durch gutes Online-Marketing eine entsprechende Position aufgebaut haben. Ähnlich wie bei physischen Produkten gibt es aber auch hier Marktplätze, mit denen man sein Angebot besser vermarkten kann, als über eine eigene Website. 

E-Books lassen sich am einfachsten über Amazon KDP (Kindle-Direkt-Publishing) veröffentlichen und können anschließend auf Amazon gekauft werden. Für Videokurse gibt es beispielsweise Udemy, eine große E-Learning-Plattform für Videokurse. Da es bei digitalen Produkten meistens um reine Wissensvermittlung geht, ist es hilfreich, sich neben der Veröffentlichung auf einem Marktplatz, sich über Social Media eine Personenmarke aufzubauen. Konkret bedeutet das, dass man sich als Experte im entsprechenden Gebiet positioniert und über Content-Marketing eine Community aufbaut. Aus einer bekannten Personenmarke heraus können später viele weitere Produkte entstehen, wodurch man verschiedene Einkommensströme aufbaut. 

Eine dritte Möglichkeit wäre ein Dienstleistungsbusiness, welches aber nur bedingt für den nebenberuflichen Start geeignet ist. Denn wenn man jemanden seine Arbeitszeit anbietet, tauscht man in der Regel wieder Zeit gegen Geld. Eine bessere Möglichkeit wäre, die Dienstleistung als Folgeprodukt einer Personenmarke zu verkaufen. So verkauft man sich nicht unter Wert und ist auf kein zeitintensives Geschäftsmodell angewiesen. 

Das waren nur drei von vielen Möglichkeiten, nebenberuflich ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Schlussendlich kann man nur jeden ermutigen das richtige für sich zu finden und solange daran zu arbeiten, bis man damit Erfolg hat.